Historie der Erkennungsmarken
Erkennungsmarken (umgangssprachlich manchmal auch Hundemarken genannt) sind Metallmarken, die Soldaten an einer Kette um den Hals tragen. Die auf der Erkennungsmarke eingravierte Personenkennziffer dient im Todesfall zur eindeutigen Identifikation des gefallenen Soldaten. Teilweise werden auf der Metallmarke auch noch andere Informationen wie Blutgruppe, Landeskennzeichen, Impfstatus oder Rhesusfaktor festgehalten. Im Regelfall lassen sich Erkennungsmarken in zwei Hälften teilen oder sind von vorneherein zweiteilig vorhanden, wie etwa bei der US-Armee.
Der erste Bericht über die Verwendung einer Erkennungsmarke in Deutschland stammt von Beginn des Deutsch-Französischen Krieges 1870/1871. Auf Vorschlag eines Handwerkes, dessen Söhne selbst beim Militär waren, sollten einigen Soldaten – meist noch selbst gefertigte – Erkennungsmarken um den Hals gehängt werden. Wirklich durchsetzen konnten sich die Erkennungsmarken als Identifikationszeichen der Soldaten allerdings erst im Ersten Weltkrieg. Dort wurden sie erstmals flächendeckend eingesetzt, allerdings zunächst noch einteilig und mit dem vollen Namen des jeweiligen Soldaten. Der Einsatz hoher entwickelter Waffen während des Ersten Weltkrieges, der eine bis dahin ungeahnte Dimension erreichte, unterstrich noch einmal die Notwendigkeit der Erkennungsmarken in modernen Kriegen. Oft wurden Soldaten bis hin zur völligen Unkenntlichkeit verstümmelt und konnten nur anhand ihrer Erkennungsmarken identifiziert werden. Die heute übliche Trennung der Erkennungsmarken in zwei identische Teile wurde erst 1920 eingeführt. So konnte die eine Hälfte bei dem toten Soldaten bleiben, während die andere mitgenommen wurde, um schließlich zur Wehrverwaltung zu gelangen.